Dabei spielen die Auffassungen aller Beteiligten über die Umsetzung und die Auswertung einer Restaurierung eine mehr oder weniger beeinflussende Rolle.
Referenzen
Letztendlich kann eine Restaurierung immer nur ein Versuch sein, sich dem ehemals originalen Schöpfungsprozess weitestgehend anzunähern.
Grundlage einer solchen Maßnahme jedoch sollte immer sein, die Achtung vor den Leistungen unserer Altvorderen zu bewahren, sich dem Objekt unterzuordnen und einen möglichst schadensfreien Fortbestand zu ermöglichen.
Restaurierungen und Stuckarbeiten
Deckenrestaurierung in Halle
Gegenüberstellung vom vorgefundenem und restauriertem Bestand – keiner konnte so richtig glauben, dass die Decke wieder einmal in alter Schönheit erstrahlen wird.
In einem erbärmlichen Zustand stellte sich die Decke zu Restaurierungsbeginn dar; gekennzeichnet von Verlusten, Verstümmelungen, Abbrüchen und gedankenlosem Umgang mit Denkmalsubstanz...
und so sieht sie nach Fertigstellung wieder aus.
Gefestigt, saniert, mit größtmöglicher Erhaltung der Originalsubstanz und unter Einbeziehung des retuschierten Bestandes neu gefasst.
Nach Freilegung und Reinigung und Retusche zeigte dieses Deckenfeld eine bezaubernde Fassung.
Stuckdeckenrestaurierung mit Fassung
(Merseburger Straße 42/44, Halle/Saale)
Die Stuckdecke entstand um 1871 und wurde als eine Art Zeltdach konzipiert.
Zu der konstruktiven Anlage dieser Decke wurde zusätzlich durch die Fassung der Eindruck eines Zeltes verstärkt.
Infolge der neuen Nutzung sollte die Decke restauriert und instandgesetzt werden.
Der Stuck und die Fassungen wurden gereinigt und ergänzt.
Villa Freitag, Lauter
Die Stuckdecke aus dem Jahre 1906 (Jugendstil) wurde nach Abbruch einer Unterhangdecke mit den Schäden vorgefunden.
Durch Duplizierung der auf der anderen Deckenhälfte befindlichen Ornamentik und als Neuantrag der kleinen Blüten und Blattstiele wurde die Deckenfläche wieder in ihrem Erscheinungsbild rekonstruiert.
ehem. Amtsgericht Wildenfels, heute Betreutes Wohnen
Das am ehemaligen Amtsgericht Wildenfels vorhandene Königlich-Sächsische Wappen besteht aus einem Gips-Kalk-Guss der zur damaligen Zeit in Zwickau ansässigen Bildhauer- und Stuckateurfirma Wesche & Ramcke.
Die Schäden resultieren vorrangig aus den konstruktiven Verhältnissen des Unterbaues und den Witterungseinflüssen der vergangenen 100 Jahre.
Die Ergänzungen wurden nach statischer Sicherung und Festigung des Wappens mit einem manuell angemischtem Kalkmörtel vorgenommen und mit einem im Korn abgestuften Feinkalkmörtel überarbeitet.
Restaurierung Klassizistischer Stuckaturen im Zscheppliner Schloss
In Auswertung der Reinigungsarbeiten durch die Restauratorin für Malerei musste festgestellt werden, dass
eine Nassreinigung bei Klassizistischem Stuck, der zumeist immer ein Versatzstuck aus vorgefertigten Teilen
ist, eine ungünstige Variante darstellt.
Der Ansetzmörtel, der i. A. ein gesumpfter Gipsmörtel ist, wird infolge der Nassdampfbehandlung durchfeuchtet; damit besteht die Gefahr, dass sich vereinzelte Ornamentteile ablösen, weil ein gesumpfter Gispmörtel nicht die Festigkeit eines geschlagen oder gerührten Gipsmörtels besitzt.
Bei Fassungsschichten aus Leimfarben ist eine trockene Reinigung und Freilegung einer Nassreinigung vorzuziehen. Dabei sind sinnvoller Weise die speziell geformten Stuckeisen zu verwenden, denn wenn ein entsprechend geformtes Stuckeisen für die Anfertigung der Ornamentteile verwendet wurde, kann es auch zum Reinigen eingesetzt werden und die heute noch gebräuchlichen Stuck- und Modelliereisen haben sich im Laufe der Jahrhunderte kaum in ihrer Formgebung verändert.
Selbstverständlich sollte bei einer Trockenreinigung immer versucht werden, sich vorsichtig auf die einzelnen Fassungsschichten hinzuarbeiten. Vielfach wurden hier schon Fassungen zerstört, weil sie nicht als Fassung erkannt wurden.
Das stehende Akanthusblatt, welches in den Raumachsen am Gesimsfries eingearbeitet wurde, ist auf einer Grundplatte angefertigt; diese wurde dann in den Fries eingesetzt und unterteilt in den Raumachsen den Akanthusfries in eine rechts- und eine linksläufige Akanthusreihung.
Restaurierung einer historischen Kalkstuckdecke in Halle
Die historischen Kalkstuckdecken aus der Zeit von 1720 im Objekt "Kleine Ulrichstraße 36 - Halle/Saale" waren in einem äußerst desolaten Zustand.
Nach einer eingehenden Befund- untersuchung, der Erstellung der erforderlichen Dokumentationen und der jeweiligen, auf die Deckenflächen und die geplanten Raumnutzungen abgestimmte Restaurierungskonzeption, wurden die betreffenden Deckenflächen konsolidiert, Stuckteile gesichert und nach der Rekonstruktion der Lehmweller-Decken wieder an ihren ursprünglichen Stellen eingesetzt und in der Ornamentik ergänzt.
Dabei wurde anhand der vorgenommenen vorherigen Untersuchungen der Kalkmörtel nachgestellt.
Die Reinigung der an den Deckenflächen verbliebenen Stuckaturen wurde erst nach der Konsolidierung,
Hinterspritzung und Neuverklebung trocken vorgenommen.
Damit war es zugleich möglich, einen "Belastungstest" durchzuführen; sozusagen eine Probe, ob denn die wieder neu eingesetzten Teile auch an der Decke halten.
Befunduntersuchungen sind immer unheimlich spannend und bringen viel Interessantes zutage. Und ob es nun ein sogenannter Treppenschnitt auf Fassungsuntersuchung ist, oder generell eine Befundung auf erbauungszeitliche Farbgebungen und bauliche Veränderungen in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten - immer werden durch die Befunduntersuchungen Zusammenhänge deutlich, die anhand des verwendeten Materials, der angewandten Technik oder der Art der Ausführung Datierungen zulassen.
Hier sind es "nur" 6 Überfassungen der ursprünglichen Deckenfläche; im Objekt wurde an den Stuckdecken Beschichtungsaufbauten festgestellt, die bis zu 16 Farbfassungen übereinander trugen.
Die Deckenflächen waren teilweise fast bis zu 60 % in ihrer Ornamentik verlustig und wurden in ihrem materialtechnischen Gesamtaufbau restauriert. Bereits während der Befunduntersuchungen wurden entsprechende Studien der Ornamentik vorgenommen und Detailzeichnungen angefertigt, die es bei den abschließenden Restaurierungsarbeiten ermöglichten, partielle Rekonstruktionen vornehmen zu können.
Markt 15, Halle
Hochinteressant sind aber auch Funde, die geschichtliche Zeitzeugen darstellen und auf eine, heute als humorvoll angesehene Art, das Zusammenleben der Menschen vor Jahrhunderten darstellen.
Im Objekt "Markt 15 - Halle" befinden sich im ersten Obergeschoss an der Trennwand zum Gebäude "Markt 16" im unteren Wanddrittel Wandmalereien aus den Jahren um 1530, die in Grau, Blau und Schwarz gehalten sind.
Und es mag sehr wohl möglich sein, dass ein Brotdieb in den nachfolgenden Hungerjahren des Bauernkrieges auf frischer Tat gestellt und gar fürchterlich traktiert worden ist...
Infolge dessen, dass sich in diesem Raum eine der schönsten Renaissance-Decken von Halle befindet ("5-Sinne-Decke") und diese mit den Wandmalereien von 1530, die zudem in ihrem Bestand sehr gestört sind, kein einheitliches Raumkonzept ergaben, wurden die Wandmalereien gesichert, abgedeckt und mit einem Kalkmörtel wieder überzogen.
Im gleichen Objekt befindet sich im Dachgeschoss eine schöne Quadraturarbeit, die aus einfach geschnittenen Kalkstuckprofilen um 1570 hergestellt wurde. Die Deckenfläche wurde gedrittelt und mittels Unterzügen optisch unterteilt.
Infolge der Auswechslung von Deckenbalken mussten die Stuckteile in diesem Bereich abgenommen und nach Einsatz der neuen Balken und deren Beschichtung mit Strohhäcksel-Lehm wieder an ihren alten Ort versetzt werden.
Das Bild zeigt die Verklebearbeiten, welche bis zum endgültigen Abbinden des Klebematerials mittels Schrauben gesichert wurden.
Im Anschluss daran wurden die Ergänzungsarbeiten an den Profilen, der Deckenfläche und im Icksel-Bereich mit
Kalkmörtel vorgenommen.
Kittungen und Anböschungen mit Kalkmörtel
"Großes Tonnengewölbe im Haus der Kathedrale", Schlossstraße 24 - Dresden
Das Gewölbe war infolge der Hochwasserereignisse 2002 in den Fugen der Natursteinvermauerung und in einer Bemalung aus den Jahren um 1567 geschädigt.

Restaurierung von Bauplastiken in Zwickau
"Große Biergasse", Zwickau
Eine immer wieder interessante und dankbare Aufgabe ist es, Bauplastiken zu restaurieren, die zumeist in der Öffentlichkeit sehr bekannt sind und wesentlich das Aussehen eines Gebäudes prägen.
Während der Gesamtinstandsetzung des Gebäudes wurde auch die Bauplastik aus Steinputz restauriert. Diese war im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse stark geschädigt gewesen. Materialabsprengungen mit freiliegender Stahlbewehrung waren zu verzeichnen.
Nach Teilabnahmen und Sicherung wurde die Stahlbewehrung konserviert und erforderliche Ergänzungen im Bestand vorgenommen.
"Dr. Friedrichs-Ring 6, Zwickau"
Die Bauplastiken am Objekt (Kommunaler Kindergarten) wurden in den Jahren 1924-1926 aus reinem Zementputz vor Ort angetragen.
Die für die damalige Zeit mitunter vorzufindende falsche Materialwahl, die zudem auch noch aus fachlicher Sicht ungenügend angewandt wurde, war die Hauptursache für die Schadensbildung. Der äußerst harte Oberputz wurde auf einem zu weichen Unterputz ausgeführt und konnte die Witterungsbelastungen nicht mehr aushalten.
Schollenbildungen und Materialverluste waren infolge der Witterungseinflüsse die Folge.
Die Plastiken wurden in ihrem Bestand konsolidiert, Hohlräume mit einer Mörtelsuspension hinterspritzt, abgenommene Teile neu verklebt und im Bestand ergänzt materialgerecht ergänzt.
Altarreinigung und -Konservierung
Reinigung und Konservierung des Altars (Mitarbeit bei Frau Ute Melath, Zwickau)
Der Altar aus dem Jahre 1768 wurde nach Errichtung der Evangelisch-Lutherischen Dorfkirche, die durch die Siebenbürgischen Sachsen 1906 erbaut wurde, anläßlich der Kirchenweihe aus einer anderen Kirche umgesetzt und hier eingebaut.
Bereits damals erfolgte eine Renovierung (linksseitig am Altartisch dokumentiert).
Die Kirche war Jahrzehntelang nicht genutzt und die mangelnde Pflege war dem aus Holz geschaffenen Altar
nicht zuträglich.
Ziel war es, den Altar zu sichern, zu reinigen und zu konservieren.
Da diese Arbeiten nur im Zeitraum eines "Exkursionsurlaubs" stattfinden konnten, waren die Möglichkeiten begrenzt. Dennoch ist es gelungen, den Bestand zu sichern und einen Ausstattungsgegenstand der Kirche, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Erbauungsjubiläum feiert, zu bewahren.
Anfertigung eines Familienwappens
Das beauftragte Familienwappen wurde bereits mehrfach angefertigt; eines dieser Wappen befindet sich in den Wohnräumen der Familie, ein anderes wurde in einem extra entworfenem Stuckrahmen, welcher an der Wand befestigt wurde, eingesetzt.
Sämtliche Wappen wurden frei Hand auf der Grundlage der grafischen Vorlage angetragen und plastisch ausmodelliert.
Das Wappen im Außenbereich wurde erstmalig nach Herstellung des Modellstücks abgeformt und in einer Keramikmasse, die sandsteinartig eingefärbt wurde, hergestellt. Damit sollen die thermischen Spannungen durch die exponierte Lage des Wappens minimiert werden. Die Fassung in Rot- und Grüntönen wurde durch die ausgeführte Blattvergoldung akzentuiert.
Fassadenrestaurierung Max-Pechstein-Straße, Zwickau
Eine der schönsten Jugendstil-Stuckfassaden befindet sich in der Zwickauer Max-Pechstein-Straße.
Am oberen Mittelziergiebel befinden sich rechts und links je zwei Löwenköpfe, die wie der gesamte Fassadenputz mit seiner Ornamentik im Laufe der Zeit sehr geschädigt wurde.
Durch Hinterspritzungen, Festigungen und den erforderlichen Ergänzungen mit einem nachgestellten Mörtel konnte die Schönheit der Fassade gerettet werden.
(hier : Arbeitsstand während des Antragens von Grundmörtel)
Reichenbach, Weststraße
Immer wieder beeindruckend ist es, wenn die genaue Arbeit zu solch einem Ergebnis führt.
Die als vor-Ort-Zug in Mörtel ausgeführten Zugarbeiten mit Schablone und das anschließende "Einstoßen" der Ecken und Verkröpfungen bringen in ihrem Lichtspiel die Profilierungen erst richtig zur Wirkung.
Wichtig bei solchen Arbeiten ist von planerischer Seite aus eine geeignete Schutzmaßnahme (Verblechung), um Gesimse vor Verschmutzung und Zerstörung zu bewahren.
Leider viel zu oft sieht man an Fassaden, daß Gesimse nicht abgeblecht werden. Schmutzfahnen infolge des über die Gesimse ablaufenden Regenwassers sind die Folge.
Und dies meist nur deshalb weil das Geld für die Verblechung "gespart" werden soll - eine eigenartige Rechnung... Verlangt dies doch eine kontinuierliche Pflege (Reinigung und Neuanstriche) in kurzen Zeitabständen - eine Verblechung wäre hierbei eindeutig preiswerter!
Bergstraße 7, Halle
Dieses Objekt aus Halle mit seiner wunderschönen Gliederung wurde im Zuge der Generalsanierung auch in seiner Fassade vollkommen neu hergestellt.
Dafür dienten alte Fotos und Unterlagen als Anhaltspunkte.
Daß auch heute noch der Gips seine Einsatzfähigkeit im Fassadenbereich tagtäglich beweist - nicht nur diese Fassade ist ein Beleg dafür.
Sie besteht vom Traufgesims bis zur Sockeloberkante in ihren Gliederungselementen aus vorgefertigen oder am Ort hergestellten Gipselementen.
Auch hier war Verblechung und eine genaueste Grundbehandlung der Elemente eine durchzuführende Pflichtmaßnahme!
Kirchberg/Sa. Kirche am Obermarkt
Betongüsse nach vorhergegangenem Ton- oder Gipsmodell werden bereits seit ca. 1860 im Fassadenbereich eingesetzt.
Eine dankbare Aufgabe ist es, wenn im Zuge von Rekonstruktionen und Instandsetzungen solche Arbeiten anstehen.
Anhand eines in Bruchstücken erhalten gebliebenen Originalteils wird ein Modell angefertigt, in Beton gegossen und am ehemaligen Befestigungsort wieder angebracht.
Fassadenrekonstruktion in Chemnitz
Dieses Objekt in Chemnitz war fast schon verfallen, Gesimse waren nur noch zu erahnen und die
Ziergiebel waren überhaupt nicht mehr vorhanden.
Ornamentik und Ziergiebel wurden als Zeichnung zur Bestätigung an den Architekten eingereicht und nach Bestätigung wurde die Ornamentik als Zementguss neu angefertigt und die Ziergiebel neu aufgemauert und mit in Beton hergestellten Gesimsen sowie verschiedenen Putzstrukturen gestaltet.
Restauration einer Schwarzenberger Villa
Diese Villa in Schwarzenberg wurde sowohl im Innenbereich als auch in der Fassade restauriert.
Auch hierbei kamen alte Technologien zum Einsatz.
Von der traditionellen Antragarbeit, hier mit Steinersatzmörtel die Ornamentik, bis zu Gussteilen (Balustrade, Kartuschwerke über den Fenstern, Zierumrahmung-Ovalfenster) wurden fast alle Techniken angewandt.
Die Gestaltung nach Kundenwunsch, die immer einher geht mit einer vorhergehenden Entwurfsabstimmung mit dem Auftraggeber, ist in besonderem Maße bei Neuanfertigungen eine interessante Aufgabenstellung.
Ob es sich um besondere Kapitellformen handelt, um gebogene Stuckprofile die mit Schablone hergestellt werden oder um durchbrochenen Stuck - die Zufriedenheit des Auftraggebers ist eine dankbare Aufgabe.
Konservierung eines Altars in Pruden
Anläßlich eines geplanten großen Pfingstfestes der Siebenbürgischen Sachsen in Pruden (Ro), erfolgte einige Tage vor dem Festgottesdienst am Pfingstsonntag eine erneute Konservierung des Altars und ein nochmaliges Behandeln mit Leinöl sowie vereinzelter, kleinerer Retuschen im Fassungsbestand, die bei der letzten Überholung nicht durchgeführt werden konnten.
Und da die Reise nach Rumänien aus dienstlichen Gründen sowieso eingeplant gewesen war, konnten die kleinen
Maßnahmen rechtzeitig vor Beginn der Feierlichkeiten ausgeführt werden.
Leider mußte jedoch auch festgestellt werden, dass der Holzwurmbefall fortgeschritten ist und in der nächsten Zeit unbedingt behandelt werden sollte.